alte stimmen (ab 2010)

Ein künstlerisches und soziokulturelles Forschungsprojekt

Projektauftrag der Addy-von-Holtzbrinck-Stiftung Stuttgart in Kooperation mit Musik der Jahrhunderte/Netzwerk Süd.

 

Musik für Menschen jenseits der Siebzig: Anfang 2010 beauftragte die Stuttgarter Addy-von-Holtzbrinck-Stiftung den Komponisten Bernhard König, in einem mehrjährigen künstlerischen Forschungsprojekt neue Konzepte für das Singen und Musizieren im Alter zu entwickeln.

Welchen Beitrag vermag ein experimentelles, stilistisch unkonventionelles Musikverständnis zu leisten, um den Bedürfnissen, Fähigkeiten und stimmlichen Ausdrucksmöglichkeiten alter Menschen entgegen zu kommen? Kann es – jenseits von Volkslied, deutschem Schlager und klassischem Chorgesang – noch eine ganz andere „Musik für Alte“ geben? Das sind die Fragen, denen über zweieinhalb Jahre hinweg im Rahmen dreier höchst verschiedener Teilprojekte nachgegangen wird – an drei Orten, die für drei extrem unterschiedliche Daseinsformen von "Alter" stehen: Einem Chor für experimentierfreudige Sängerinnen und Sänger ab siebzig, einem Altenpflegeheim und einem Hospiz.

(alle Fotos: Jane Dunker)

 

Aktuell: Workshops, Fortbildungen, Konzerte

Teilprojekt 1: Experimentalchor für Alte Stimmen

Teilprojekt 2: Musik im Altenheim

Teilprojekt 3: Musik im Hospiz

Das Team

Das Gastensemble: Neue Vocalsolisten

Unterstützer und Kooperationspartner

Informationen für Chor-Mitglieder

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aktuell: Workshops, Fortbildungen, Konzerte zum Thema "Alte Stimmen"

 

Alte Stimmen philharmonisch (1):

Sonntag 6.5.2012, 14.30-15.00h und 16.30-17.00h, Foyer der Kölner Philharmonie: ACHT BRÜCKEN | Musik für Köln.

Zusammen mit Studierenden der Hochschule für Musik und Tanz Köln und Ensemblemitgliedern des Schauspiels Köln führt der Experimentalchor Alte Stimmen unter der Leitung von Ortrud Kegel und Melvyn Poore Ausschnitte aus John Cages Song Books auf. Mehr dazu...

 

Alte Stimmen philharmonisch (2):

Freitag, 29.6.2012, 19:00 Uhr, Alfried Krupp Saal der Essener Philharmonie: "Mein Lied, my song..."

Eine interkulturelle und experimentelle Liederrevue. Für das Programm "Mein Lied. My song. Benim sarkim. Moja piosenka" haben die Sängerinnen und Sänger eigene biographische Erlebnisse zum Ausgangspunkt neuer Kompositionen gemacht. Mehr dazu...

 

Alte Stimmen im Film:

Das Lied des Lebens: Ein Dokumentarfilm von Irene Langemann

Zusammen mit ihrer Kölner Produktionsfirma Lichtfilm und in Kooperation mit SWR, WDR und Arte dreht die Regisseurin Irene Langemann zur Zeit einen ca. 90minütigen Dokumentarfilm über das Projekt "Alte Stimmen". Mehr dazu...

 

Alte Stimmen im Buch:

Neu erschienen (Herbst 2011): Praxishandbuch Musizieren im Alter

hg. von Theo Hartogh und Hans Hermann Wickel. Darin ein Artikel von Bernhard König über "Komponieren für alte Stimmen".

 

Selber mitsingen:

Experimentalchor Alte Stimmen: Schnupperprobe für Neueinsteiger

Eine „Schnupperprobe“ für Neu-Interessenten findet am Donnerstag, dem 6. September von 15.00h bis 17.00h im VHS-Forum im Museum am Neumarkt (Cäcilienstraße 29-33) statt. Teilnahme nur gegen Voranmeldung unter Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können Die Gesamt-Teilnehmerzahl ist auf 85 begrenzt.
Anschließend proben wir in der Regel an zwei mal im Monat an jedem ersten und dritten Donnerstag von 15.00h bis 17.00h. Die Teilnahme ist kostenlos, gelegentlich können nach Absprache Kosten für Noten, Chorfahrten oder ähnliches entstehen.

Weitere Infos zum Experimentalchor: Hier auf dieser Seite.

Und hier geht es zu einer ausführlichen Dokumentation des Experimentalchores: Berichte, Fotos, O-Töne...

 

 

 

 

 

alte stimmen (1): Experimentalchor für Alte Stimmen (Köln)

In Zusammenarbeit mit dem Büro für Konzertpädagogik, der Kölner Philharmonie, der Evangelischen Kirchengemeinde Troisdorf und ON - Neue Musik Köln.

Singen ab siebzig

Ein offenes Angebot für Männer und Frauen ab 70, die gerne singen und aufgeschlossen für Neues, Abenteuerliches, Ungewöhnliches sind. Im Mittelpunkt der Proben steht die Lust am Ausprobieren und die Freude am musikalischen Experiment. Das Ziel des Chores: Gemeinsam improvisieren, das Ausdruckspotential der eigenen Stimme entdecken und irgendwann gemeinsam auf der Bühne stehen. Die Voraussetzungen: Experimentierfreude, Aufgeschlossenheit, Spaß am Singen – und ein Mindestalter von 70 Jahren.

Stimmen mit Charakter

Bei vielen Menschen verändert sich die Stimme im Alter. Unser Ohren, geprägt durch CD, Funk und Fernsehen, nehmen diese Veränderungen häufig als Defizit wahr. Doch eine ältere Stimme gewinnt zugleich an Charakter, wird individueller: Wenn ältere Menschen singen, dann kann das eine für uns Jüngere unnachahmliche expressive Kraft haben.

In der Klangästhetik eines herkömmlichen klassischen Chores, in der Oper oder in der kommerziell geglätteten Fernseh-Volksmusik ist für solche „alten Stimmen“ wenig Raum. Aber es gibt durchaus auch Beispiele für die Schönheit einer „faltigen“ und ganz individuellen Stimme: Von der privaten Erinnerung an die Schlaflied-singende Oma bis hin zu den markanten Stimmen eines Tom Waits oder eines Louis Armstrong, die viele gerade wegen ihrer Andersartigkeit faszinieren.
Im Experimentalchor „Alte Stimmen“ soll gemeinsam nach neuen Tönen für alte Stimmen gesucht werden. Im Lauf der Proben entstehen neue Lieder, Chorsätze und Kompositionen, die ganz auf die Ideen, Erfahrungen und Fähigkeiten der Teilnehmenden zugeschnitten sind.

 

Und hier geht es zu einer ausführlichen Dokumentation des Experimentalchores: Berichte, Fotos, O-Töne...

 

Zurück zur Inhalts-Übersicht

 

 

 

 

 

 

 

 

 

alte stimmen (2): Musik im Altenheim (Stuttgart)

In Zusammenarbeit mit dem Generationenzentrum Sonnenberg (Stuttgart), der Albschule Stuttgart-Degerloch, dem Studiengang Elementare Musikpädagogik der Musikhochschule Stuttgart und den Neuen Vocalsolisten.

Vorbedingungen

Das Generationenzentrum Sonnenberg in Stuttgart-Degerloch umfasst neben dem stationären Altenheimbereich auch eine ambulanter Tages- und Kurzzeitpflege sowie 30 angeschlossene Wohnungen für ein autonomes „betreutes Wohnen“. Vor allem aber – und hieraus bezieht meine Arbeit entscheidende Impulse – vereint es Seniorenheim und Kindergarten unter einem Dach.

Ein weiterer Vorteil für meine Arbeit: Das Haus ist bislang musikalisch „unterversorgt“, verfügt über kein eigenes regelmäßiges musiktherapeutisches oder musikgeragogisches Angebot. Zugleich treffe ich bei den festangestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf große Aufgeschlossenheit und Kooperationsbereitschaft.

Eine wirklich kontinuierliche Arbeit ist für mich aus Budget- und Zeitgründen nicht möglich. Stattdessen besuche ich das Haus alle vier bis sechs Wochen an fünf aufeinanderfolgenden Tagen.

 

Volksliedsingen und biographische Interviews als „vertrauensbildende Maßnahme“

Die ersten Besuche dienten dem wechselseitigen Kennenlernen und dem Schaffen einer Vertrauensbasis.
Dank seiner ergebnisoffenen Finanzierung zeichnet sich dieses Projekt - gemessen am normalen Alltag eines Altenheims - durch eine überaus „luxuriöse“ Ausgangsbedingung aus: Sich ganz dem einzelnen Menschen und dem Thema „Musik“ widmen zu können – ohne den äußeren Druck der täglichen Pflegeroutine und ohne ein zu erfüllendes therapeutisches Pflichtpensum.
Diese Chance wurde zu Beginn vor allem genutzt, um intensive Einzeldialoge zu führen. Zentrales Thema dieser Interviews war die musikalische Sozialisation des oder der Betreffenden: „Lieblings- und Lebenslieder“, die in der eigenen Biographie verankert und mit besonderen Geschichten, Stimmungen oder Erinnerungen verknüpft sind.

Neben diesen Einzelbegegnungen wurden in der Anfangszeit vor allem offene Singrunden auf verschiedenen Stationen angeboten, die stark vom vertrauten Volkslied-Repertoire geprägt waren. Der Versuch, im Rahmen dieser Sing-Angeboten über das einschlägige Volkslieder-Repertoire hinaus auch Neues, Unbekanntes anzubieten, stieß allerdings schnell an Grenzen und erzeugte Ablehnung.

 

Anknüpfen an bestehende Angebote

Weitergehende Gestaltungsspielräume ergaben sich erst, als ich begann, aktiv an bereits bestehende Angebote anzudocken. An die wöchentliche Gymnastikstunde etwa: Dass sie hier, im Kreis sitzend, zu körperbetonten Übungen angeleitet werden, ist den Senioren seit Jahren vertraut. Dass nun zu den Bewegungsübungen auch noch Töne, Rhythmen und Geräusche hinzukommen, sorgt für willkommene Auflockerung und wird – so lange es nicht als „Musik“ deklariert wird – problemlos akzeptiert.
Als sehr fruchtbar erweist sich auch ein regelmäßiges Format namens „Montagsspaß“, das der gezielten Begegnung zwischen Senioren und Kindern gewidmet ist. Schnell werden die Kindergartenkinder zu wichtigen „Sub-Vermittlern“. Wann immer ich einen neuen musikalischen Impuls setzen möchte, bereite ich die entsprechenden Spielregeln und musikalischen Fertigkeiten zunächst im Kindergarten gründlich vor, bevor ich dann im intergenerativen Rahmen auch die Senioren daran teilhaben lasse. Die Akzeptanz ist, gemessen am sonstigen engen Musikgeschmack, beachtlich. Schon nach wenigen Arbeitsphasen reicht das gemeinsame „Montagsspaß“-Repertoire von der gesungenen Namensrunde über verschiedene stimmliche Geräuschimprovisationen, Dirigierspiele und Nonsens-Lieder bis zum „Der-Kuckuck-und-der-Esel“-Rap mit chorischer Beatbox-Begleitung.

Musikalische Einzelarbeit

Zusammen mit Patrizia Birkenberg und Bettina Wackerbarth, zwei Studentinnen des Musikhochschul-Studiengangs „Elementare Musikpädagogik“, versuche ich mich gezielt solchen Altenheimbewohnern zu widmen, die über ein ausgeprägtes musikalisches Potential verfügen. Rasch stellen sich erste Erfolge ein: Ein Bewohner, der zum ersten Mal seit 65 Jahren wieder eine Geige in die Hand nimmt. Eine blinde Bewohnerin, die sich - auf schwarzen Tasten improvisierend - wieder das Klavier "ertastet".

Doch in den folgenden Wochen und Monaten zeigt sich auch, dass einer kontinuierlichen, aufbauenden Arbeit enge Grenzen gesetzt sind. Mal sind es akute körperliche Beeinträchtigungen oder ein fortschreitender mentaler Abbau, die einem Anknüpfen an bereits Erreichtes im Wege stehen – mal wird eine mehrwöchige Zusammenarbeit abrupt beendet, weil ein Bewohner beschließt, das Altenheim zu verlassen und zurück in seine Privatwohnung zu ziehen.

Anstatt weiterreichende Zielvorgaben zu definieren, versuchen wir uns deshalb in der Einzelarbeit zunehmend auf die Gegenwart, auf eine besondere Wertschätzung des jeweiligen Momentes zu konzentrieren. Als Modell können uns dabei die Erfahrungen dienen, die wir parallel im Stuttgarter Hospiz, dem dritten Schauplatz unserer Arbeit sammeln konnten (s.u.).

Spitzenensemble im Speisesaal

In Zusammenarbeit mit Musik der Jahrhunderte/Netzwerk Süd (Stuttgart) und mit finanzieller Förderung durch das Förderprogramm „Netzwerk Neue Musik“ der Kulturstiftung des Bundes ist es gelungen, eine zeitlich begrenzte Zusammenarbeit mit den „Neuen Vocalsolisten“ in die Wege zu leiten. So legte nun also über mehrere Monate hinweg ein Spitzenensemble der zeitgenössischen Vokalmusik zwischen Uraufführungen und CDAufnahmen in aller Welt von Zeit zu Zeit einen Zwischenstopp im Speisesaal des Generationenzentrums Sonnenberg ein, um sich dort singend, horchend und experimentierend auf das Abenteuer „Alte Stimmen“ einzulassen.

Eines der musikalischen „Highlights“: Eine fünfminütige choralartige Improvisation mit einem stark demenzkranken Bewohner, dessen Tenorstimme sich völlig mühelos in die freien Akkordfolgen der Profisänger fügt.

 

Zurück zur Inhalts-Übersicht

 

 

 

 

 

 

 

alte stimmen (3): Musik im Hospiz (Stuttgart)

In Zusammenarbeit mit dem Hospiz Stuttgart.

Das Hospiz Stuttgart verbindet ambulante Angebote und derzeit sieben stationäre Pätze mit palliativen Beratungsangeboten und einer begleitenden Akademie-Arbeit (Elisabeth-Kübler-Ross-Akademie für Bildung und Forschung).

Das Angebot "Musik im Hospiz" findet alle vier bis fünf Wochen im Rahmen von ca. 3-4 halbtägigen Aufenthalten statt.

 

 

Momentmusik

Welche Rolle kann das Handwerk eines Komponist und Konzertpädagogen in einem solchen Umfeld überhaupt spielen? Vermag denn so jemand hier überhaupt etwas auszurichten? Nicht umsonst ist der Einsatz von Musik an einem solchen Ort in der Regel die Sache ausgebildeter Musiktherapeuten!

Der dritte Schauplatz dieses Projektes warf zu Beginn vor allem viele Fragen auf. Bei aller Ungewissheit und anfänglichen Unsicherheit gab es aber doch eine klare Richtung und einen inneren Leitfaden. Um es mit dem berühmten Zitat von Cicely Saunders, der Begründerin der Hospiz-Bewegung, zu formulieren: „Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben.“

Schnell wurde deutlich: Diese Arbeit unterscheidet sich ganz grundlegend von all meinen sonstigen Tätigkeiten. Sie ist grundsätzlich nicht planbar, es geht nicht um irgendwelche künstlerischen Zielsetzungen oder musikalischen Ansprüche, sondern einzig und allein um das jeweilige Gegenüber.

Bericht von der Hospizarbeit als pdf-Download

 

Zurück zur Inhalts-Übersicht

 

 

 

 

 

Das Team

 

Patrizia Birkenberg wurde 1988 in Meersburg am Bodensee geboren. Schon während ihrer Schulzeit leitete sie mehrere Tanz-, Musik-und Freizeitgruppen und spielte regelmäßig in zwei Orchestern. Von 2008 bis 2009 arbeitete sie in einem Musikprojekt in einer Favela Sao Paulos (Brasilien) als Musik- und Kunstlehrerin. Seit April 2010 studiert sie "Elementare Musikpädagogik " mit Hauptfach Geige an der Musikhochschule in Stuttgart. Außerhalb der Musik ist sie bei den "Freunden der Erziehungskunst e.V." im Bereich Entwicklungszusammenarbeit engagiert. Im Projekt "Alte Stimmen" ist sie als musikalische Assistenz und Geigenlehrerein tätig.

Ortrud Kegel geboren 1960, Musikpädagogin, Flötistin und Improvisatorin. Ortrud Kegel ist Mitgründerin des Ensembles "Partita Radicale" für Neue und improvisierte Musik, das sich die Erforschung des Grenzbereichs zwischen Improvisation und Komposition zur Aufgabe gemacht hat. Als freie Mitarbeiterin bei der Akademie >Off-Theater< nrw leitet sie Workshops für experimentelle Musik und Musiktheater. Als Mitarbeiterin des Kölner Büro für Konzertpädagogik leitet sie kulturelle Schulprojekte.

 

Francoise Müller ist seit 2005 staatlich anerkannte Ergotherapeutin. Nach der Ausbildung war sie in einer Rehabilitationsklinik im Schwarzwald tätig. Seit 2007 arbeitet sie im Generationenzentrum Sonnenberg. Zu ihren Tätigkeitsbereichen zählen Gymnastik, kreative Arbeiten, Gesprächsrunden, Wahrnehmungstraining und motorische Einzeltherapien.
Francoise Müller über ihre Arbeit im Altenheim: „Die Arbeit mit alten Menschen erfüllt mich sehr, da sie viel Interessantes zu erzählen haben, viel erlebt haben und sich dabei nie aufgegeben haben. Jeder Mensch für sich, hat seine Geschichte und seinen Charakter und ich darf daran teilhaben.“

Alexandra Naumann, geboren 1967, studierte Jazz-Gesang an der Musikhochschule Köln, parallel dazu und seitdem wirkte sie bei zahlreichen Produktionen als Solo-Sängerin und Performerin mit. Als Konzeptfrau, Arrangeurin, Komponistin und Bandleaderin gestaltet sie diverse eigene Produktionen, zuletzt „Lunatic- Jazz vom Mond “. Sie ist freie Mitarbeiterin des Büros für Konzertpädagogik und seit Jahren im besonderen Maße in integrativen Projekten aktiv. Darüber hinaus arbeitet sie als freie Gesangspädagogin und Chorleiterin sowie als Dozentin für Populären Gesang an der Musikhochschule Köln.

Brigitte Rauscher, geboren 1961 in Curitiba, Brasilien. Nach dem Studium an der Bundesuniversität Paraná (Psychologie) und an der Musik- und Kunsthochschule ihrer Heimatstadt (Orgel und Klavier) absolvierte sie ein Aufbaustudium im Fach Orgel bei Prof. Michael Schneider an der Musikhochschule Köln. Darüber hinaus studierte sie Kirchenmusik an der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf. Sie ist Kantorin der Evangelischen Kirchengemeinde Troisdorf und Kreiskantorin des Kirchenkreises an Sieg und Rhein und außerdem als Konzertorganistin sowie als Dozentin im Rahmen von Fortbildungen in Deutschland und Brasilien aktiv.

Monika Winterson studierte Musikwissenschaften und Romanistik in Köln, Florenz und Berlin. Seitdem war sie in Deutschland und Belgien freiberuflich als Dramaturgin, Dozentin für Musikgeschichte, Übersetzerin sowie als Musik- und Sprachlehrerin tätig. Sie unterrichtet Klavier, Blockflöte und musikalische Früherziehung und ist im Bereich der Offenen Ganztagsschule aktiv. Darüber hinaus 2. Geschäftsführerin einer privaten Musikschule. Seit 2008 gehört sie zum Team des Kölner Büros für Konzertpädagogik.

 

 

 

Das Gastensemble: Neue Vocalsolisten

1984 als Ensemble für zeitgenössische Vokalmusik unter dem Dach von Musik der Jahrhunderte gegründet, sind die Neuen Vocalsolisten seit dem Jahr 2000 ein künstlerisch selbstständiges Kammerensemble für Stimmen. In jedem Jahr werden etwa 20 Werke von den Neuen Vocalsolisten uraufgeführt. Das Musiktheater und die interdisziplinäre Arbeit mit Elektronik, Video, bildender Kunst und Literatur gehören ebenso zum Ensemblekonzept wie die Collage von kontrastierenden Elementen Alter und Neuer Musik.

Seit jeher steht im Zentrum ihres Interesses die Recherche: das Erforschen neuer Klänge, neuer Stimmtechniken und vokaler Artikulationsformen, wobei dem Dialog mit Komponisten eine große Bedeutung zukommt. Im Rahmen des Projektes "alte stimmen" begeben sich die Vocalsolisten nun erstmals auch auf das für sie bislang unerforschte Terrain einer unmittelbaren, interaktiven und ergebnisoffenen Zusammenarbeit mit musikalischen Laien - in diesem Fall mit den Bewohnern eines Altenheims.

Guillermo Anzorena (Bariton) studierte Gesang an der Hochschule für Musik der Universität National von Cuyo (Argentinien). Seit 1994 lebt er in Karlsruhe, seit März 2000 ist er Mitglied der Neuen Vocalsolisten Stuttgart. CD- und Rundfunkaufnahmen, u. a. mit dem SWR und der Jungen Oper Stuttgart begleiten seine solistische Laufbahn, zahlreiche Konzerttourneen des Ensembles führen ihn durch das In- und Ausland. Seit Oktober 2000 ist er als Dozent für Gesang an der Hochschule für Kirchenmusik in Tübingen tätig.

Der Bass Andreas Fischer studierte Schulmusik und Gesang in Stuttgart und Wien. Schon während des Studiums wurde das Interesse an zeitgenössischer Musik zum zentralen Aspekt seiner Arbeit. Als freischaffender Sänger, Ensembleleiter und als der Bass der Neuen Vocalsolisten Stuttgart wirkte er bei ungezählten Uraufführungen, CD – und Rundfunkproduktionen mit. Dabei ist ihm der enge und produktive Kontakt zu den Komponisten besonders wichtig.

 

Susanne Leitz-Lorey, lyrischer Sopran, studierte an der Musikhochschule Stuttgart. Nach Abschluss des Gesangsstudiums 1988 besuchte sie die Opernschule und legte 1991 die Bühnenreife ab. In Zusammenarbeit mit Helmuth Rilling, Ingo Metzmacher, Hans Zender, Manfred Schreier und anderen ist sie als Konzertsängerin vielfältig künstlerisch tätig. Ihr Repertoire umfasst sämtliche große Oratorienpartien. Seit 1991 ist sie Mitglied der Neuen Vocalsolisten Stuttgart.

Martin Nagy (Tenor) erhielt nach dem Studium der Schulmusik an der Stuttgarter Musikhochschule mit den Hauptfächern Violine und Gesang, der Liedklasse und des Opernfachs zunächst ein Engagement an der Oper Annaberg-Buchholz. Seit 1993 ist er freischaffender Konzert- und Opernsänger. Zahlreiche Rundfunk- und CD-Produktionen dokumentieren seinen Weg als Solist. Ein Schwerpunkt und zugleich belebender Kontrapunkt zu seiner Tätigkeit als Oratoriensänger ist heute die Arbeit mit den Neuen Vocalsolisten.

Sarah Maria Sun wurde 1978 geboren und erhielt ab dem zehnten Lebensjahr Gesangsunterricht. Sie studierte später Oper und Lied an den Musikhochschulen in Köln und Stuttgart und wurde ausserdem von Darinka Segota unterrichtet. Sie gilt maßgeblich als Spezialistin für Zeitgenössische Musik und erarbeitete sich im Laufe der Jahre ein Repertoire von über 300 Werken des 20. und 21. Jahrhunderts. 2007 wurde sie ausserdem Erster Sopran der Neuen Vocalsolisten.

Fotos Vocalsolisten: Martin Sigmund

 

 

 

 

Unterstützer und Kooperationspartner

„Alte Stimmen“ ist ein Förderprojekt der Addy-von-Holtzbrinck-Stiftung (Stuttgart).

Das Teilprojekt "Musik im Altenheim" in Kooperation mit den Neuen Vocalsolisten wird gefördert durch das Netzwerk Süd.

In Kooperation mit dem Generationenzentrum Sonnenberg (Stuttgart), dem Hospiz Stuttgart, den Neuen Vocalsolisten und ON - Neue Musik Köln.

ON - Neue Musik Köln und das Netzwerk Süd sind Förderprojekte der Kulturstiftung des Bundes (Netzwerk Neue Musik).

Weitere Kooperationspartner und Unterstützer:

Albschule Degerloch
Büro für Konzertpädagogik
33. Deutscher Evangelischer Kirchentag
Domforum Köln
Evangelische Kirchengemeinde Köln-Brück/Mehrheim
Evangelischen Kirchengemeinde Troisdorf
Kölner Philharmonie
Residenz am Dom (Köln)
Studiengang Elementare Musikpädagogik der Musikhochschule Stuttgart
.

Besonderen Dank an:

Johannes Dette
Ingeborg Dobrinsky
Jane Dunker
Marc Laible
Jan-Martin Lichte
Dr. Arno Mahlert
Patricia Mühlbauer
Ann-Barbara Steinmeyer
Andrea Tober
Christiane Wedel
Regina Zacher

sowie an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der beteiligten Altenhilfe-Einrichtungen.