Stationen

Stationenfoto 1: Christina Kreuz, fotografiert von Jane Dunker für das Projekt "Dorflieder".
Stationenfoto 2: Projekt "rheinwärts" (Foto: privat)

 

Schule und Studium

Bernhard König, Jahrgang 1967, verfasste schon während seiner Schulzeit Geschichten und Hörspiele und produzierte aufwändige Super-8-Spielfilme, die er sich als Klavierlehrer, Kirchenmusiker und Jazzpianist finanzierte.

Während seines Kompositionsstudiums bei Claus Kühnl (1987) und Mauricio Kagel (von 1988-95) realisierte er zahlreiche Projekte in Grenzbereichen von Musik, Theater, Film und Hörspiel – darunter auch die preisgekrönte Science-Fiction-Oper „Expedition zur Erde“.

Künstlerische Neuorientierung

Nach dem Studium übernahm Bernhard König 1995 vorübergehend eine Stelle als nebenamtlicher Kirchenmusiker. In einer zweijährigen Orientierungsphase entstand hier sein Konzept einer „Experimentellen Gebrauchsmusik“, das er seither als freiberuflicher Komponist, Konzertpädagoge, Hörspielmacher und Autor auf vielfältige Weise weiterentwickelt hat.

Einen wichtigen Einfluss auf diese künstlerische Neuorientierung hatte 1997 auch die erstmalige intensive Zusammenarbeit mit geistig behinderten Schauspielern und Musikern im Rahmen der Bielefelder Theaterwerkstatt Bethel. Die Kooperation mit geistig behinderten Akteuren und die Kirchenmusik sind seither zwei Konstanten in seiner Arbeit geblieben.

Konzertpädagogik

Erste Erfahrungen als Konzertpädagoge hatte Bernhard König bereits 1994 bei "Response Frankfurt" sammeln können. Seit 1996 setzte er sich intensiv für eine Verbreitung dieser in Deutschland damals noch wenig bekannten und populären Vermittlungsform ein. 1998 gründete er dann zusammen mit Anke Eberwein und hans w. koch das Kölner Büro für Konzertpädagogik. Als bundesweit erster und lange Zeit einziger Anbieter konzertpädagogischer Dienstleistungen erhielt das Büro rasch zahlreiche Aufträge aus ganz Deutschland. Für Bernhard König wurde das Kölner Büro zum wichtigsten Laboratorium seiner eigenen künstlerischen Weiterentwicklung.

Hörspiel und Autorentätigkeit

Anknüpfend an die eigene jugendliche Hörspielproduktion hatte Bernhard König bereits während seines Studiums mehrere eigene Hörspiele realisiert. Seit 1999 wurde dieser Teil seiner Arbeit durch regelmäßige Autorentätigkeit für den WDR auf eine neue berufliche Grundlage gestellt, zunächst mit mehreren Hörspiele für Kinder, 2001 und 2004 dann mit zwei großen Produktionen für das „Studio Akustische Kunst“ des WDR.

Als Autor ist Bernhard König zudem häufig Librettist seiner eigenen Stücke und verfasst Fachartikel und Essays. In medienpädagogischen Workshops bildet er seit 2005 Kinder und Jugendliche zu Radioreportern aus und lässt sie aktiv an der Entstehung von Musikfeatures teilhaben.

Experimentelle Gebrauchsmusik

Neben den konzertpädagogischen Dienstleistungen bieten seit 2001 verschiedenste künstlerische Projekt- und Kompositionsaufträge die Gelegenheit, das Konzept einer "Experimentellen Gebrauchsmusik" auch als Dramaturg, Komponist und "Interaktionskünstler" in die Praxis umzusetzen. Stets sind die dabei entstehenden Kompositionen zugleich auch soziale Experimente: Musik ist Medium und Resultat intensiver zwischenmenschlicher Begegnung und Auseinandersetzung. Die Palette der künstlerischen Partner reicht vom Sinfonieorchester bis zum Senioren-Singkreis, von der Metalband bis zum kirchlichen Posaunenchor. Je nach Anlass finden die Aufführungen in Dorfkirchen oder Messehallen, in einer Schulaula oder im Schlosspark des Bundespräsidenten statt - und manchmal auch auf einer ganz gewöhnlichen Konzertbühne.

Abschied von der Konzertpädagogik. Neue Themenschwerpunkte.

2009/2010 – auf dem Höhepunkt des bundesweiten „Konzertpädagogik-Booms“ – beschließt Bernhard König, das bisherige berufliche „Standbein“ als konzertpädagogischer Dienstleister ganz aufzugeben und ausschließlich eigene Projekte zu verfolgen.

Die Frage nach der Funktion und Bedeutung von Musik innerhalb der Gesellschaft wird in diesen Arbeiten weiter zugespitzt und radikalisiert. In mehrjährigen Projektzyklen wird exemplarisch der Frage nachgegangen, welchen Beitrag Musik zu gegenwärtigen gesamtgesellschaftlichen Themen zu leisten vermag. So versteht sich das Projekt alte stimmen auch als ein musikalischer „Debattenbeitrag“ zur vielbeschworenen „alternden Gesellschaft“. Deutsche Weisen thematisiert das Nebeneinander der Kulturen, Lebensentwürfe und Heimatbegriffe in einem modernen Einwanderungsland. Im Mittelpunkt von Trimum steht die Frage nach dem friedlichen Miteinander der Religionen.