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Musik im Hospiz [2010-2012]

Im Auftrag der Addy-von-Holtzbrinck-Stiftung besuchte ich zwischen 2010 und 2012 regelmäßig das Hospiz Stuttgart. Alle vier bis fünf Wochen verbrachte ich mehrere Tage im Hospiz, um in Einzelbegegnungen und Hausmusiknachmittagen neue Formen einer musikalischen Sterbebegleitung für Patienten und Angehörige zu entwickeln.

Welche Rolle kann das Handwerk eines Komponisten und Muskvermittlers in einem solchen Umfeld überhaupt spielen? Bei aller Ungewissheit und anfänglichen Unsicherheit gab es eine klare Richtung und einen inneren Leitfaden – zusammengefasst in dem berühmten Zitat von Cicely Saunders, der Begründerin der Hospiz-Bewegung, zu formulieren: „Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben.“

Schnell wurde deutlich: Diese Arbeit unterscheidet sich ganz grundlegend von all meinen sonstigen Tätigkeiten. Sie ist grundsätzlich nicht planbar, es geht nicht um irgendwelche künstlerischen Zielsetzungen oder musikalischen Ansprüche, sondern einzig und allein um das jeweilige Gegenüber.

In den ersten zwei Jahren (2010-2011) besuchte ich das Hospiz überwiegend alleine. Bei einigen Besuchen unterstützten mich Patrizia Birkenberg und Bettina Wackerbarth, die damals an der Stuttgarter Musikhochschule studierten. Im dritten Jahr (2012) zog ich dann wechselnde Kolleginnen und Kollegen als Gastmusiker hinzu.

Mehr zu diesem Thema:

Momentmusik – als Komponist im Hospiz
Textminiaturen über das Komponieren mit Sterbenden
Der Text als pdf-Download

Abschiedsmusik
Ein Radiofeature für Kinder zum Thema “Musik und Tod”
Produktion: WDR, 2012
Die ganze Sendung zum Anhören