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ZUR PERSON

Bernhard König (geb. 1967) studierte Komposition bei Mauricio Kagel. Im Mittelpunkt seiner Arbeit steht die Konzeption und Umsetzung „Experimenteller Gebrauchsmusik“, mit der er sich in künstlerischen, pädagogischen und sozialen Versuchsanordnungen aktuellen gesellschaftlichen Themen stellt.

Als Mitbegründer des Kölner Büros für Konzertpädagogik war Bernhard König nach seinem Studium zunächst bundesweit als Musikvermittler und Berater für große Konzertveranstalter tätig.

Als freiberuflicher Autor und Komponist konzipierte und realisierte er zahlreiche Musiktheaterproduktionen und Hörspiele. Als Initiator und Leiter verschiedener Projektchöre hat er neue Formen des Gemeinde- und Chorgesangs für experimentelle Gottesdienste, politische Kundgebungen und viele andere Anlässe entwickelt. Als freier Dramaturg schuf er vielerlei Veranstaltungsformen außerhalb des Konzertsaals – darunter etwa rheinwärts, eine viertägige musikalische Stafette von Bonn bis Duisburg mit mehr als 1.500 Mitwirkenden.

Seit 2008 arbeitet Bernhard König überwiegend als prozessorientierter Interaktionskünstler. Seine Kompositionen entstehen nicht in einsamer Schreibtischarbeit, sondern in ergebnisoffenen, dialogischen Prozessen. Häufig begegnen sich in seinen Projekten Menschen verschiedener Herkünfte, Berufe, Generationen und Gesellschaftsschichten. Seine Themen setzt er sich selber und sucht dabei gezielt nach gesellschaftlichen Bereichen, in denen eine Musik gebraucht wird, die es bis dato noch nicht gibt.

2009 erhielt sein Projekt Accompagnato – Die Kunst des Begleitens für Orchestermusiker*innen und geistig beeinträchtigte Musiker*innen den erstmals verliehenen Bundespreis kulturelle Bildung des Kulturstaatsministers. Zu seiner innovativen musikalischen Arbeit mit Altenheimbewohner*innen und mit einem Experimentalchor Alte Stimmen entstand 2012 ein neunzigminütiger Dokumentarfilm (Das Lied des Lebens von Irene Langemann).

Seit 2012 erforscht König im Rahmen von Trimum gemeinsam mit einem interreligiösen und interdisziplinären Team die Grundlagen, Möglichkeiten und Grenzen einer Musik des jüdisch-christlich-muslimischen Trialogs. Auch Trimum wurde 2016 mit dem Bundespreis kulturelle Bildung ausgezeichnet.

In einer Hamburger Brennpunktsiedlung entwickelt Bernhard König seit 2016 modellhaft eine neue musikalische Stadtteilkultur.

Einige berufliche Daten

1967: geboren in Erlangen, seit 1969 aufgewachsen in Bad Vilbel bei Frankfurt.
1972: Erster Klavierunterricht.
1980-88: Organist der evangelischen Kirchengemeinde Dortelweil.
1981: Erster Super-8-Langfilm.
1988-95: Kompositionsstudium bei Mauricio Kagel an der Kölner Musikhochschule.
1997: Gescheitertes Filmprojekt „Telewischen“.
1997: Erstmalige Zusammenarbeit mit geistig behinderten Akteur*innen.
1998: Gründung des Kölner Büros für Konzertpädagogik.
1998-2008: Freiberuflicher Konzertpädagoge
2000/2001: Produktion Expedition zur Erde an der Staatsoper Stuttgart.
2004: Siebzigstündiges Wanderkonzert „rheinwärts“.
2007: Erstmalige Zusammenarbeit mit dem Deutschen Evangelischen Kirchentag.
2008: Beendigung der Tätigkeit als konzertpädagogischer Dienstleister.
2009: Bundespreis Kulturelle Bildung für “Accompagnato – Die Kunst des Begleitens”.
2010: Dreijähriges Forschungsprojekt Alte Stimmen .
2012: Beginn des interreligiösen Projektes „Trimum“.
2015: Bundespreis Kulturelle Bildung für “Trimum”.
2016: Beginn der Zusammenarbeit mit geflüchteten Musiker*innen.
2016-2019: Aufbau des Stadtteilkantorats in Hamburg-Mümmelmannsberg
2018: Gescheiterter Versuch einer finanziellen Verstetigung von “Trimum”.
2019: Klimawandel als neues Schwerpunktthema

Weitere Informationen zur Person

Leider kann meine alte Homepage, die mich über viele Jahre hinweg treu begleitet hat, nicht mehr aktualisiert werden. Weitere Informationen zur Person finden sich auf archiv.schraege-musik.de